Alter Baumbestand und Wasser - Entspannung an heißen Tagen

„Schauen, wo‘s lang geht“ war 1997 das Motto der Landesgartenschau in Mosbach. Es ging vor allem die Elz entlang. Was ist heute aus dem Park geworden?

Von Karin Katzenberger-Ruf

Zu neuen Ufern wollte man damals bei der Landesgartenschau in Mosbach aufbrechen. Das hieß auch, am Flüsschen Elz die natürliche Vegetation wie Weiden und Erlen zu erhalten. Der rund zwölf Hektar große Park verband den vorhandenen Satdtgarten und den Loretto-Park mit bis dahin unterschiedlich genutzten ungeordneten privaten Flächen. Da kam die Landesgartenschau gerade recht, um dort mal richtig aufzuräumen. Seither führt eine schwungvolle Brücke von der Altstadt in den Stadtpark.

Der 1997 gegründete Förderverein hat inzwischen das „LGS“ für Landesgartenschau aus seinem Namen gestrichen und macht sich in erster Linie für den „Stadtpark“ startk. An vorderster Front tut dies die Vorsitzende Birigt Dallinger. Die Gartenarchitektin kann sich bei allem, was sie sich so ausdenkt – und sie immer wieder neue Ideen – der städtischen Unterstützung sicher sein. Da ist dann Stefan Baumhackel vom Baudezernat der Mann an ihrer Seite.

Beim Gang durch das Gelände schwelgen die beiden manchmal in Erinnerungen. „Weeschd noch, was do frieher war?“ könnte die Frage lauten, die sich die beiden aber gar nicht stellen. Denn sie wissen ganz genau was die Jahre überdauert und was sich verändert hat. Ausgerechnet ein Teil der Graffiti-Kunst befindet sich noch im Originalzustand. Auch die Kneippanlage, gespeist von einer erfrischend kühlen Quelle und mit Gestein aus der Region errichtet, ist ein Original und an heißen Sommertagen eine prima Anlaufstelle. Indessen brannte der Abenteuerspielplatz samt hölzernem Schiff vor einigen Jahren ab und ist bisher noch nicht wieder aufgebaut. Nun soll dort ein kleiner Strandabschnitt entstehen. Ein neuer Kletterturm gegenüber dem Kunstverein ist bereits greifbar nahe, noch liegt das Teil auf dem Bauhof. Das Domizil des Kunstvereins ist nun wiederum der Alte Schlachthof, in dem allerdings schon lange vor der Landesgartenschau 1997 kein Tier mehr zu Tode kam.

Der Teich im Stadtpark ist bis heute beliebte Ruhezone. Um die neue Bepflanzung am Ufer wie an anderen Stellen im Park kümmerte sich der Förderverein. „Insektenfreundlich“ sollten die Pflanzen sein und diesen Lebewesen Nahrung und Unterschlupf bieten. Dies auch in Form trockener Stängel. Also muss Verblühtes auch bitte mal stehen bleiben dürfen.

Auf einer anderen Fläche ging es darum den Boden auszutauschen und zu schauen, wie sich darauf ausgesäte Pflanzen entwickeln würden. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte dazu aufgerufen. Momentan blüht es auf der Austauschfläche herrlich Kamille-gelb und auch die weiße Wilde Möhre hat sich breit gemacht.

Nein, Gewächshäuser gibt es auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände nicht mehr. Stattdessen einen Boule- und eine Volleyballplatz. Die Einheimischen lieben ihren Park. Gäste von auswärts sollten ihn einfach mal erkunden, ohne üppige „Blumenrabatten“ zu erwarten, sondern eher einen soliden Baumbestand. Die Brücken über die Elz und einige Ruhebänke, auf denen man sich so richtig lang machen kann, haben ebenfalls ihren Reiz.

Das Loretto-Denkmal erinnert an die Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Zum Glück sind aus Feinden Freunde geworden. Auch diese Botschaft ist auf einer Tafel zu lesen. Manche anderen Tafeln (vor allem die, auf denen es um den Naturschutz geht) sind verblasst. Da wäre also noch Handlungsbedarf, um das Erbe von 1997 zu erhalten. Am Sonntag, 11. August, gibt es vor Ort zwischen 14 und 18 Uhr ein attraktives Spielfest für die ganze Familie.

Entspannung an heißen Tagen